Diagnostische Gebärmutterspiegelung
Die diagnostische Office-Hysteroskopie (Gebärmutterspiegelung) ist ein kurzer, einfacher Eingriff von 2-3 Minuten, der ohne Anästhesie mit einem Einweggerät im Sprechzimmer durchgeführt werden kann. In komplizierteren Fällen kann die diagnostische Hysteroskopie auch mit einer rigiden Optik im Operationssaal unter Sedierung durchgeführt werden. Die diagnostische Hysteroskopie dient dazu, die Form der Gebärmutterhöhle zu bestätigen und das Vorhandensein anatomischer oder anderer Anomalien auszuschließen, die die Implantation beeinträchtigen könnten (Entzündungen, Narbengewebe).


Endometrialpolypen
Endometriumpolypen sind gutartige Auswüchse der Gebärmutterschleimhaut, die zwischen einigen Millimetern und einigen Zentimetern groß sind. Sie können leicht mit 2D/3D-Ultraschall oder Hysterosonographie diagnostiziert werden, aber nur die Hysteroskopie bietet die Möglichkeit, Polypen zu behandeln, indem sie entfernt und analysiert werden. Kleinere Polypen (unter 10 mm) können beobachtet werden, um zu sehen, ob sie sich spontan zurückbilden. Größere Polypen müssen jedoch entfernt werden, da sie die Einnistung des Embryos oder eine frühe Schwangerschaft beeinträchtigen könnten.
Submukösen Myomen
Uterusmyomen sind häufige gutartige Tumoren bei Frauen im gebärfähigen Alter, die aus dem Muskelgewebe der Gebärmutter entstehen. Je nach Lage sollten Myomen, die in die Gebärmutterhöhle eindringen (intrakavitären, submukösen oder submukös/intramuralen Myomen), entfernt werden, da sie erhebliche Beschwerden verursachen und die Einnistung des Embryos und eine frühe Schwangerschaft beeinträchtigen können. Eine diagnostische Hysteroskopie ermöglicht die direkte Visualisierung des Myoms und die Planung eines operativen Eingriffs.
Intrauterine Adhäsionen
Intrauterine Adhäsionen oder das Asherman-Syndrom werden durch eine Verletzung der inneren Schicht der Gebärmutterschleimhaut verursacht, in der Regel nach einem chirurgischen Eingriff an einer graviden Gebärmutter (nach einer Fehlgeburt oder einer komplizierten Entbindung). Eine diagnostische Hysteroskopie kann eine erste Diagnose und das Ausmaß der intrauterinen Adhäsionen liefern und ermöglicht die Planung eines (manchmal wiederholten) operativen Eingriffs in der Hand eines erfahrenen endoskopischen Chirurgen.
Fehlbildungen der Gebärmutter
Die Inzidenz angeborener Gebärmutteranomalien könnte bei unfruchtbaren Frauen bis zu 8 % betragen. Diese können weniger invasiv durch 3D-Ultraschall und Hysterosonographie diagnostiziert werden, aber eine diagnostische Hysteroskopie ermöglicht eine direkte Visualisierung der Gebärmutterhöhle. Einige Fehlbildungen der Gebärmutter (Uterus septus, dysmorphe Gebärmutter) können durch eine operative Hysteroskopie in den Händen eines erfahrenen endoskopischen Chirurgen operativ behandelt werden.
Andere Anomalien wie chronische Endometritis (Entzündung) oder Anzeichen einer Adenomyose der Gebärmutter können ebenfalls durch eine diagnostische Hysteroskopie festgestellt werden. Die Bestätigung einer völlig normalen Gebärmutterhöhle bei Patientinnen mit rezidivierendem Implantationsversagen deutet darauf hin, dass weitere Untersuchungen durchgeführt werden müssen, um nach anderen potenziellen Ursachen zu suchen.
