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Die Endometriumbiopsie oder die Entnahme einer kleinen Probe der Gebärmutterschleimhaut ist ein einfacher Eingriff, der im Sprechzimmer nach einer einfachen hormonellen Vorbereitung oder während eines natürlichen Zyklus durchgeführt wird. Sie ermöglicht eine genaue Untersuchung des Endometriumgewebes, um das Einnistungsfenster des Embryos (WOI window of implantation auf Englisch) zu untersuchen, das Gleichgewicht des endometrialen Mikrobioms zu überprüfen oder eine chronische Entzündung der Schleimhaut auszuschließen.

Endometrial biopsy

Untersuchung des Einnistungsfensters (WOI)

Die Endometriumhistologie zur „Datierung“ des Schleimhauts und zur Feststellung, ob sie für die Einnistung eines Embryos geeignet ist, wurde jahrzehntelang verwendet, erwies sich jedoch als nicht zuverlässig. In jüngerer Zeit ermöglichten moderner Untersuchungen unter Verwendung eines Genexpressionsprofils die genaue Bestimmung des Einnistungsfensters, um festzustellen, ob eine Schleimhaut normal aufnahmefähig ist oder ob das WOI verschoben ist (bei bis zu 30 % der Patientinnen). Dies würde es ermöglichen, das Hormonregime für den Embryotransfer zu personalisieren und die Erfolgsquote zu erhöhen.

Test des endometrialen Mikrobioms

Mit der gleichen Endometriumbiopsie könnte auch die Zusammensetzung des Mikrobioms der Gebärmutter untersucht werden. Laktobazillen sind für die Aufrechterhaltung eines gesunden Vaginalmilieus unerlässlich. Ein Ungleichgewicht des vaginalen und endometrialen Mikrobioms kann zu Entzündungen und sogar Unfruchtbarkeit führen. Hochentwickelte DNA-basierte Tests ermöglichen den Nachweis selbst einer winzigen Anzahl pathogener Bakterien und eine gezielte Behandlung.

Untersuchung auf chronische Endometritis

Chronische Endometritis oder die chronische Entzündung der Gebärmutterschleimhaut könnte eine wichtige Ursache für Unfruchtbarkeit, wiederkehrende Einnistungsstörungen oder Fehlgeburten sein. Dies kann durch die Analyse der entnommenen Schleimhaut mit einer klassischen histologischen Untersuchung, durch den Nachweis von CD-138-Markern oder die Untersuchung des endometrialen Mikrobioms diagnostiziert werden.

Untersuchung der Immunzellen des Endometriums

Der Einfluss der Reproduktionsimmunologie auf Pathologien wie wiederholtes Implantationsversagen oder wiederholten Fehlgeburten ist ein kontroverses Thema in der Reproduktionsmedizin. Das richtige Gleichgewicht der Immunzellen (z. B. natürliche Killer- und T-Zellen) in der Gebärmutterschleimhaut könnte durch die Analyse einer Biopsie untersucht werden, die in einem Probezyklus entnommen wird. Wird eine Dysregulation des Immunsystems festgestellt, könnte diese durch verschiedene immunmodulatorische Behandlungen zum Zeitpunkt der Einnistung des Embryos und der frühen Schwangerschaft behandelt werden.

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